Vom Biblischen Geschichtsunterricht
zum Fach Religion in Bremen

von Dr. Manfred Spieß

Dass es in dem kleinsten Bundesland Deutschlands mit dem Unterricht in „Biblischer Geschichte“ einen besonderen Religionsunterricht gibt, der in seinen Rahmenbedingungen erheblich von den anderen Bundesländern abweicht, ist längst nicht jedem geläufig. In den Diskussionen um Neuorientierungen des Faches seit den neunziger Jahren tauchte zwar der Begriff „Bremer Klausel“ öfter auf, wenn es darum ging, Sondersituationen jenseits der gängigen Grundgesetzregelungen für den bekenntnisgebundenen Unterricht (Art. 7,3 GG) aufzuzeigen. Doch was steckt hinter diesem geheimnisvoll klingenden Begriff? Ist es ‚nur’ eine juristische Formel aus der Anfangszeit der Bundesrepublik? Warum benutzt man in Bremen heute noch den alten Ausdruck „Biblische Geschichte“ für den Religionsunterricht? Liegt hier ein spezielles– vielleicht bisher verkanntes – pädagogisches Konzept vor? 

Im Folgenden gehe ich zunächst auf einige Aspekte aus der Geschichte des Faches ein, die sich als besonders prägend erwiesen haben und deren Wirkungen auch heute noch spürbar sind. Weiter stehen Gegenwartsfragen im Fokus, die vorrangig mit der Konfessionalität des Unterrichts und der Lehrkräfte, der Pluralität der Gesellschaft und dem Einbezug der Religionsgemeinschaften zu tun haben. Die Diskussion dieser Fragen ist sowohl für Bremen, aber auch künftig für die bundesdeutsche Orientierung des Religionsunterrichts von großer Bedeutung.

 

Zum Weiterlesen:

Bremen vom BGU zu Religion